Max goes YouTube


Max will ins Kino. Nicht einfach so mit Popcorn und Cola, sondern mitten auf die große Leinwand.
„Bist du jetzt vollkommen übergeschnappt?!?“, nervte ich zurück.
Die nächsten Minuten versteckte er sich. Der Kleine schmollte; kurze Zeit später stand er aber wieder auf der Matte und bombardierte mich mit Mörderargumenten.
„Die vielen E-Mails!“, jammerte er. „Sie wollen alle meine Geschichte wissen!“
Tränen schossen aus seinen Augen. Die Nase lief. Max wischte sich die Rotze am roten Mantel ab und zog eine Mega-Schnute.
 
„Die Heul-Nummer passt nicht zu dir“, grinste ich ihn an. „Schließlich habe ich dich erfunden! Ich weiß Bescheid.“
Das. Das hätte ich nicht sagen sollen.
Er verschränkte seine Arme vor der Brust und riss die Augen auf.
„So ist das also“, flüsterte er. „Du bist der Bestimmer, ja?“
Ich nickte und griff nach meiner Kaffeetasse.
„Genau“, antwortete ich und nahm einen Schluck.
„So so, großer Bestimmer, und was machst du, wenn ein kleiner Junge seinen Opaverlust nicht kompensieren kann?!?“
Ich musste husten und der Kaffee schoss durch die Nase zurück in den Becher.
 
Kompensieren?!? Opaverlust?!? Wie war der denn drauf?
 
„Wenn er Jahre seines Kinderlebens nicht mehr lachen kann und als Erwachsener beim Psychologen auf der Couch liegt, um sein Trauma aus der Kindheit zu verarbeiten? Was, großer Bestimmer, was machst du dann?!?“
Sein Gesicht hatte eine gefährliche Farbe. Und die kleinen Augen passten so gar nicht zu ihm. Wie war das mit dem Bestimmer?
 
Ich erhob mich, schüttete den Kaffee ins Klo und putzte mir die Nase.
Von mir aus. Dann soll er halt ins Kino. Ins YouTube – Kino. Aber dann ist Ruhe.
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Teamwork

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  • Mai 05, 2018at10:28 AM

    […] ja, auf ein Neues. Morgen. In alter neuer Frische. Passende Beiträge aus dem Bloggeruniversum Max goes YouTube Teamwork angekommen Max Max Max   0 […]

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