und nicht nur in ägypten

by tm

schon beeindruckend, wie marwa adel, eine junge künstlerin aus ägypten, gegen alle vorurteile und vorbehalte ihren traum vom leben verwirklicht.
marwa ist fotokünsterlin, hat während der revolution auf dem tahrir-platz protestiert, gekämpft und sich mittlerweile wieder in ihr atelier zurückgezogen. die zeit des protestes ist vorbei.

sie und ihre kollegen möchten mit ihrer kunst eine bestimmte botschaft verbreiten. dafür sind sie sich nicht zu schade, entbehrungen in kauf zu nehmen: sie bauen in den straßen eine staffelei auf, ordnen ihre bilder an und warten, bis passanten das gespräch suchen. ihre ateliers verstecken sich in unscheinbaren Wohnblocks, die in nichts den überdimensionierten lofts ihrer westlichen kollegen ähneln. einmal in der woche treffen sie sich, um über ihre projekte zu diskutieren und neue anzuschieben.
sie haben ein ziel: sie wollen anerkannt werden. nein, nicht als künstler, sondern als bürger. als teil der gesellschaft. dafür setzen sie sich ein.

solche geschichten inspirieren mich und ich gebe sie gerne weiter.

wer so lebt, braucht immer wieder motivation und unterstützung: vor ein paar tagen sprach ich mit einer älteren dame, die mir berichtete, wie sie mehrmals in der woche leute besucht, um ihnen von Gott zu erzählen. anhand ihrer mimik wurde deutlich, dass ihr das machmal auch mühe bereitet.
doch allein die tatsache, dass man drüber reden kann, dass jemand zuhört, worte der ermutigung findet oder (das wäre ein volltreffer…) eine umarmung schenkt, gibt neue perspektiven und neuen mut.

egal, welche tätigkeit unseren alltag bestimmt … -  ohne rückmeldung, ermutigung und anfeuerung geht es nicht. die künstler in kairo nehmen dafür weite wege auf sich, um sich gegenseitig zu inspirieren und zu fördern. emotional wie fachlich.
jeder von uns hat das nötig. egal in welcher branche er arbeitet. ob hinterm bügelbrett, an der maschine, hinterm steuer, vor schülern, am computer, in einer gemeinde, mit dem pinsel, am fotoapparat oder im krankenhaus mit dementen patienten – ermutigung, trost und inspiration sind (über-) lebensnotwendig.

diese erkenntnis ist nicht neu. in der bibel findet sich (unter anderem) eine einladung, die tatsächlich ähnlich klingt: „in unserer not kommt Gott uns mit trost und ermutigung zu hilfe, und deshalb können wir dann auch anderen mut machen, die sich ebenfalls in gleicher not befinden: wir geben ihnen den trost und die ermutigung weiter, die wir selbst von Gott bekommen.“ (neues testament, zweiter brief an die gemeinde in korinth, kapitel 1 vers 4)

getröstet werden und andere trösten. gefunden werden und andere fnden. ermutigt werden und andere ermutigen – Gott eröffnet hier eine ganz neue perspektive: „bleib mit dem, was du erlebt hast nicht allein. hilf anderen, wie ich dir geholfen habe.“

oder anders formuliert: wie Gott mir, so ich dir.
das betrifft die künstler in kairo und die hausfrau in oldenburg. unter anderem.