die über das leben reden

man kann von google+ geteilter meinung sein – meine begeisterung hielt sich bislang in grenzen, denn für mich ist google+ unübersichtlich und aus meinem bekanntenkreis nutzt es sowieso keiner. niemand. null. thema (vielmehr: teilnahme) erledigt.
dachte ich.

dann kam dieses gespräch … chase jarvis und guy kawasaki live im web. jarvis ist fotograf & filmproduzent und kawasaki ein bestsellerautor, enchanter und früherer chief-evangelist bei apple.
die beiden diskutierten über das neueste werk von kawasaki, ein eBook mit dem titel „what the plus! google for the rest of us“.
zumindest eines kann man kawasaki nicht vorwerfen: er betreibt keine verdeckte werbung – schon der titel macht klar, was er von g+ denkt. tatsache: je länger ich dem g+ -fan lauschte, desto weniger konnte ich meine gegenargumente aufrecht erhalten. ich will ehrlich sein: nach der sendung bestellte ich mir sein eBook für € 2,68. guter evangelist!
und noch etwas: ich legte mir ein profil an und bin seit zwei wochen google-plus´er. zwar ist aus meinem bekanntenkreis immer noch keiner im parallel-sozial-netzwerk zuhause, aber vielleicht, so dachte ich mir, gelingt es ja, anderen den aufenthalt dort schmackhaft zu machen.

vor ein paar tagen gab´s dann den kollektiven aufschrei: die macher von google veränderten die benutzeroberfläche von g+, und das ohne große ankündigung. quasi über nacht nahmen sie ein update vor, das (meiner meinung nach) entfernt an die oberfläche von facebook erinnert. soll heißen: etliche kapitel in kawasaki´s buch sind geschichte. eigentlich müsste er eine neuauflage nachreichen. und dass der verlag mir freundlicherweise davon ein kostenloses update zur verfügung stellt… geschenkt.

guy kawasaki versteht sich (immer noch) als „tech – evangelist“ – einer also, der sich zum ziel gesetzt hat, die welt zu einem besseren ort zu machen. wie? indem er darüber informiert, dass es (tech-)produkte gibt, die weder kompliziert sind noch eine umfangreiche inhaltsbeschreibung benötigen UND die unseren alltag erleichtern. in seinem eBook ist dieser ansatz tatsächlich vorhanden: es ist gut aufgemacht und die erklärungen setzen beim leser keine zwei semester informatik-studium voraus.

Continue reading

wicked problems – verzwickte angelegenheiten

eigentlich wollte ich mich nur kurz bei twitter informieren, welche erfahrungen andere mit der neuen chronik von facebook gemacht haben. über die suchfunktion gab ich den begriff „chronik“ ein, die ersten vier oder fünf tweets … ausschließlich negative statements. dann kam eine aussage, die ich überhaupt nicht erwartete: „frag´ doch zuerst nach dem wort des herrn!“ kurze verwunderung, was bei meiner facebook-erfahrungs-recherche dieses fromme zitat mitten unter den rückmeldungen zu suchen hatte, doch dann bemerkte ich die zahlen-buchstaben-kombination am ende des zitats: es handelte sich um einen text aus der bibel. altes testament. buch der chronik.
alles richtig gemacht, twittersuchfunktion.

es gibt leute, die behaupten, dass Gott genauso funktioniert (oder funktionieren muss) wie die suchfunktion bei twitter oder google: einfach die frage in das eingabefenster schreiben und schon stehen da verschiede lösungsmöglichkeiten plus der zeit, die Gott fürs suchen gebraucht hat.
ich sag´ jetzt nichts neues: so funktioniert Gott nicht; er schlummert nicht im standby-modus, um auf zuruf blitzschnell die richtige antwort zu präsentieren.
genaugenommen handelt es sich um ein „wicked problem“, eine verzwickte angelegenheit also; vielschichtige ansätze, die man nicht einfach mit „mach´s so und so und dann funktioniert´s“ beantworten kann.
klar wünschen wir uns eine schnelle antwort. wer wartet schon gerne freiwillig und wer ist schon bereit dazu, sich unter umständen von den eigenen vorstellungen zu verabschieden und einen weg einzuschlagen, der … mindestens diskussionswürdig ist. wie bereits erwähnt: das ist ein „wicked problem.“
Continue reading