Oskar

Oskar & KathiOskar ist sechs Monate alt. Seit Sonntag. Er lacht viel, schmiegt sich in meine Arme, schleudert dann wieder seine Holzkette mit den farbigen Klötzchen über den Tisch und wenn man nicht aufpasst, fliegt die Kette hinüber zum Tischnachbarn, der ein paar Meter entfernt seine Tageszeitung liest. Oskar ist stark. Und fröhlich. Er lacht viel und außerdem mag er Birnen. Die aus dem Gläschen.

Vor zwei Jahren haben uns seine Mama und ich zum ersten Mal getroffen. Im gleichen Café, saßen am selben Platz wie heute und sprachen über Vincent. Oskars Bruder. Vincent lebte nur ein paar Atemzüge lang. Dann ging er aus dieser Welt.

Kathi sprach über diese schreckliche Erfahrung. Es waren keine lauten Worte; echt und intensiv. Sie flüchtete sich nicht in Worthülsen, gebrauchte keine fromme Floskeln und sie hielt sich sämtliche Möglichkeiten offen, wie ihr weiteres Leben (auch das mit Gott) aussehen könnte. 

Passiert vor vor zwei Jahren.

Kathi lacht auch viel. Und sie schüttelt erstaunt den Kopf, weil ihr Oskar den kompletten Inhalt vom Gläschen niedermacht. Nach noch mehr verlangt, obwohl schon der letzte Rest herausgekratzt ist. Die Angestellten im Café lachen auch über Oskar. Sie versuchen, durch Handbewegungen seine Aufmerksamkeit zu erhaschen. Sie haben Pech, zumindest heute, denn Oskar hat nur Augen für seine Mama.

Wie es ihr heute geht, frage ich sie und drücke den Auslöser der Kamera.

Das Foto sagt alles; besser kann man diese Frage nicht beantworten.

 

Zwei Jahre

Fast zwei Jahre war´s still hier im Blog. Seinerzeit ging´s ohne Vorankündigung in die Pause, von jetzt auf gleich. Im wahrsten Sinne des Wortes. Und nun, fast zwei Jahre später… alles so wie damals?

Ich weiß es nicht. Noch nicht.

Für mich war`s interessant, den ganzen Internet-, Blog-, Facebook- & Twitter-Hype von Außen zu verfolgen; stiller Betrachter einer Welt zu sein, in der viel getrommelt, geworben und noch mehr publiziert wird.

Viele Lautsprecher von damals haben zwischenzeitlich die Flinte ins virtuelle Korn geworfen. Kein Wunder… irgendwann hat sie es wohl genervt, ständig die wählerische Freundeswelt mit „bahnbrechenden“ Einsichten zu versorgen. Irgendwann reichte weder Zeit noch Kraft, permanent Neues von sich geben zu müssen. Und noch eine dritte Beobachtung: Irgendwann haben wohl nervige Kommentatoren zur falschen Wortwahl gegriffen – und ab sofort durfte niemand mehr seine Meinung posten.

Stimmt schon… – es hat sich viel verändert. Doch nach wie vor stellt das Internet eine Möglichkeit dar, sich seine Meinung zu bilden; sich Informationen zu verschaffen; Ländergrenzen in Sekundenschnelle zu überwinden; weltweite Kontakte zu knüpfen und auszubauen.

Natürlich, da sind auch die Trommler und Werber unterwegs, die Ich-Darsteller. Besserwisser und die Egomanen. Aber die laufen auch in der realen Welt nicht unter Artenschutz. Von daher…

… in Zukunft gibt´s also hier wieder etwas zu lesen. Hin und wieder. Für den, den´s interessiert.

Einiges hat sich verändert — und das betrifft nicht nur die Groß- und Kleinschreibung der neuen, aktuellen Beiträge. Mein privates Facebook ist down, die Kommentarfunktion im Blog bleibt inaktiv, die Beiträge unterliegen keinem Redaktionsschluss und sind keiner Deadline verpflichtet.

Einzig der Inhalt wird sich nicht groß verändern: Geschichten, Begegnungen und Erlebnisse. Außerdem Gedankenanstöße, um über weshalb und warum Gott so wichtig ist. Informationen über Jesus und seine Aussagen. Einblicke in die Bibel, um deren Aktualität zu zeigen.

In diesem Sinne: Weiter geht´s.

cello im keller

“auch eine flucht nach erfurt und das geheime versteck im keller können dir nicht verbieten, dein cello wieder auszupacken.“ *

was udo lindenberg und clueso anläßlich des mtv-konzerts in hamburg live performt haben, ist ganz großes kino: die beiden singen gemeinsam den alten lindenberg-klassiker „cello“ und frischen so den song ins einundzwanzigste jahrhundert.
zum inhalt: typ verliebt sich in musikerin, reist ihr hinterher, irgendwann kommen sie zusammen, leben sich wieder auseinander und das endergebnis dieser zerbrochenen liebe beinhaltet auch das zerbrechen ihrer cello-karriere.
weil das so nicht sein soll, singt lindenberg:
„heute wohnst du in erfurt, und dein cello steht im keller … – komm pack´ das ding doch nochmal aus, und spiel so schön wie früher.“

es ist die typische „lindenberg-logik“: „mach mal und spiel wieder, egal was damals passierte.“
tja … – wenn´s nur so einfach wäre. mal eben mit einer handbewegung ein paar jahre vergangene liebe inklusive verletzungen und zerstörter träume beiseite wischen, den schwarzen kasten aus dem keller holen und losfideln. was wohl bei den ersten tönen passiert? logisch: alles wieder da. nur ein paar töne und die monster der vergangenheit sitzen wieder im zimmer. und im kopf.

von solchen erfahrungen könn(t)en viele ihr eigenes lied singen. das heißt dann allerdings nicht „cello“ sondern maler / liebe / dichter / sänger / beziehung / glaube / und.so.weiter.

da lässt jemand seine die ihn auszeichnende fähigkeit verkümmern. grund dafür vielleicht ein tragisches ereignis, eine zerstörte liebe, eine aufkeimende hoffnung, die sich ins nichts verabschiedete oder ein begangener fehler, der einen bis heute daran zweifeln lässt, jemals wieder diese aufgabe ausüben zu können:

  • dein lachen, mit denen du andere glücklich gemacht hast.
  • deine liebe, mit denen du dich und andere beschenkt hast.
  • dein malen, mit dem du deine träume auf leinwand gezaubert hast. dein schreiben, mit denen du andere herausgefordert und ermutigt hast.
  • dein predigen, mit den du so viele menschen christus nahegebracht hast.
  • dein helfen, mit dem du anderen aus der not geholfen hast.
  • dein glaube, mit dem du jahrelang durch dick und dünn gegangen bist.
  • alles im keller. direkt neben dem schwarzen cellokoffer.

dass der weg zurück nicht ganz so einfach ist, wie udo sich das vorstellt (oder vorsingt), weiß jeder, der diese strecke schon einmal zurückgelegt hat. zu den monstern der vergangenheit gesellen sich auch die versagensängste vor der zukunft. alles in allem ist das gar kein gutes gemisch, um einen neuen anlauf zu nehmen …
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dramatische geschichten

 

“real men… kämpfen gegen das grüne monster vom drachenwald, um die geliebte zu befreien. #keinerspürtessowiedu” *

die werbekampagne von hornbach bringt´s auf den punkt: der öde, lärmende knochenjob mit dem presslufthammer wird zu einem donnernden schlagzeugsolo. im kopf von dem, der schuftet.

als ich gestern den tausend quadratmetern wiese übersät mit kniehohen feldblumen gegenüberstand, hatte ich schlicht und ergreifend keinen nerv. alles hanglage. und schwül. doch noch weiter den ersten grasschnitt des jahres hinausschieben ging nicht, denn die grashöhe stand auf „schaf-abgras-fress-länge“; außerdem formierten sich in der ferne die fetten schwarzen wolken zum „jetzt-zeigen-wir-euch-wie-ein-frühlingsregen-funktioniert“ – gebilde. also, seil ziehen, motor starten und rein in den hang.

aber, da ist ja noch die hornbach-kampagne, und deshalb transformierte das hohe gras in ein undurchdringliches dschungelchaos. irgendwo in dieser grünen hölle wurde die liebste von einem lebensgefährlichen spiderman festgehalten. versteck suchen, spiderman besiegen, geliebte befreien. mit diesem szenario im kopf jagte ich den roten mäher durch den hang.

verrückt? schizophren? kindheit nachholen? alles falsch.
tatsächlich funktioniert das so: wenn du dir eine geschichte ausdenkst, deiner fantasie freien raum gibst und sie davonfliegen lässt, geht die arbeit leichter von der hand. natürlich… menschen, die so rational sind, dass sie der bruder oder die schwester von data sein könnten (der android aus dem star-trek-universum), denen geht a) eine solche hilfestellung am verständnis vorbei und b) zählen die lieber ihre bahnen, die sie bereits zurückgelegt haben.

aus dem banalen eine dramatische geschichte bilden – das hilft vor allem dann, wenn die umsetzung der vor dir stehenden aufgabe ziemlich langatmig oder ziemlich stressig ist. das nüchterne angehen von punkten, die abgearbeitet werden müssen, gelingt nicht jedem (außer data).

versuch doch, die arbeit, an der du dir gerade die zähne ausbeißt, durch eine geschichte aufzuwerten. lass deine fantasie von der leine. hier geht´s nicht darum, dass du dich in eine story flüchtest, sondern dass es dir leichter fällt, das ziel zu erreichen.
das ist der punkt: ziel erreichen. nicht aufgeben. nicht aufschieben. sondern: machen.

übermorgen halte ich ein referat auf einer veranstaltung, an der nur männer teilnehmen werden. es geht um veränderung, ums durchhalten in stürmischen zeiten und um den mut, neues anzupacken – alles eigenschaften, die hin und wieder eine „dramatische geschichte“ brauchen, damit wir nicht aufgeben.
meines wissens gibt es noch karten – wer nähere infos möchte, kontaktiere mich bitte per mail.

 

*post / tweet auf facebook / twitter am 8. Mai 2012

blog to go #6

 

“pain is temporary, pride is forever“

alter läuferspruch. dieser.
vor dem startschuss wiederhole ich ihn ein paar mal. das funktioniert wie doping, und das ist auch notwendig, denn schließlich liegen 21,0975 kilometer (oder wer mag, gerne das doppelte) vor einem. nach dem übertreten der weißen (start-)linie beginnt der stress, von daher ist´s außerordentlich wichtig, schon an die gefühle nach dem zieleinlauf zu denken.

das stimmt schon – der schmerz ist zeitlich begrenzt. irgendwann ist schluss damit. beim laufen bestimmt die schwarz-weiße flagge den zeitpunkt, wann gejubelt werden darf. klar, nach dem zieleinlauf braucht´s noch ne weile, bis sich der stolz, die freude und die dankbarkeit einstellt. doch das geht schnell. es ist ein gewaltiges gefühl, die strecke geschafft zu haben. und es stimmt zutiefst: „pain is temporary, pride is forever“, der schmerz ist zeitlich begrenzt, der stolz über das erreichte endet nie.

um mit diesem gefühl überschüttet zu werden, steht – ganz am anfang aller überlegungen – das „ja“, mich den herausforderungen zu stellen. es braucht den mut, den „schmerz“ (wie immer der auch aussehen mag) zu tragen und zu ertragen.
und alles weitere gibt´s im neuen podcast „der plan“.
viel vergnügen beim anhören und viele inspirierende momente!

köln bei nacht im regen

“der fertige plan in unserem kopf sagt noch nichts darüber aus, ob, wann und in welchem zustand wir das ziel erreichen.”

diesen tweet habe ich vor einigen stunden bei twitter & in facebook veröffentlicht – ein statement, das sich immer dann in meinem kopf meldet, wenn der plan zwar brillant, die herausforderung im aktuellen streckenabschnitt etwas… sagen wir „schwierig“ ist.

ich bin kein typ, der nach dem motto „der weg ist das ziel“ lebt. kann ich nicht, will ich nicht. und noch eine eigenart von mir: die ziele, die ich mir stecke, sind meistens nur unter erschwerten bedingungen zu erreichen. um dieses ziel zu erreichen, braucht´s einen gut ausgearbeiteten plan. ich setze mir zwischenziele, baue markierungen ein die mir – wenn´s hart auf hart kommt – signalisieren, dass ich immer noch auf dem richtigen weg bin. soweit … der plan.

dann kommt die phase, in der das vorhaben das whiteboard, meinen kopf oder mein notizbuch verlässt. es wird konkret. die kopfgeburt wird kreativ umgesetzt. und – wie zu erwarten war: auf die ersten hindernisse auf dem weg zum ziel brauch´ ich nicht lange zu warten…

immer wieder sagen mir menschen, dass sie das, was ich tue, auch gerne machen würden: unterwegs sein, filme produzieren, neue menschen kennenlernen, schreiben, kreative aktionen performen. klar, das kann ich gut verstehen … – doch das alles kommt nicht einfach so dahergeflogen und schon gar nicht über nacht.
ich kenne fotografen, die tage (und nächte) in eis und schnee verbringen, um DAS eine besondere bild zu fotografieren. maler, die einen veranstalter nach dem anderen abklappern, um ihre bilder in ausstellungen einem größeren publikum vorstellen zu können. amateursportler, die für einen marathon trainieren. übergewichtige, die sich zu einer diät durchgerungen haben. schriftsteller, die nachts nicht schlafen können, weil das buch, an dem sie sich gerade schreiben, ihnen den letzen nerv kostet. modedesigner, die mit ihren fotobüchern hausieren gehen – in der hoffnung, dass sich eine tür öffnet und sie ihre entwürfe in serie geben können.
vergangene nacht trieb ich mich stundenlang in köln durch die straßen, mit kamera, stativ und einer ganz bestimmten filmsequenz im kopf. es regnete und es war kalt.
was mich antreibt, ist das ziel: ein film, der durch seine aussage menschen anspricht. um dieses ziel zu erreichen, wandere ich schon mal nachts durch die straßen.

was treibt dich an?
wofür bist du bereit, an deine grenzen zu gehen?
für den besten film? den zieleinlauf beim marathon? eine ausstellung im MoMA? zwanzig kilo weniger?
das alles sind grandiose ziele, die es wert sind, umgesetzt zu werden. starte mit deiner planung, kalkuliere, rechne, werte und dann mach´ es.
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die über das leben reden

man kann von google+ geteilter meinung sein – meine begeisterung hielt sich bislang in grenzen, denn für mich ist google+ unübersichtlich und aus meinem bekanntenkreis nutzt es sowieso keiner. niemand. null. thema (vielmehr: teilnahme) erledigt.
dachte ich.

dann kam dieses gespräch … chase jarvis und guy kawasaki live im web. jarvis ist fotograf & filmproduzent und kawasaki ein bestsellerautor, enchanter und früherer chief-evangelist bei apple.
die beiden diskutierten über das neueste werk von kawasaki, ein eBook mit dem titel „what the plus! google for the rest of us“.
zumindest eines kann man kawasaki nicht vorwerfen: er betreibt keine verdeckte werbung – schon der titel macht klar, was er von g+ denkt. tatsache: je länger ich dem g+ -fan lauschte, desto weniger konnte ich meine gegenargumente aufrecht erhalten. ich will ehrlich sein: nach der sendung bestellte ich mir sein eBook für € 2,68. guter evangelist!
und noch etwas: ich legte mir ein profil an und bin seit zwei wochen google-plus´er. zwar ist aus meinem bekanntenkreis immer noch keiner im parallel-sozial-netzwerk zuhause, aber vielleicht, so dachte ich mir, gelingt es ja, anderen den aufenthalt dort schmackhaft zu machen.

vor ein paar tagen gab´s dann den kollektiven aufschrei: die macher von google veränderten die benutzeroberfläche von g+, und das ohne große ankündigung. quasi über nacht nahmen sie ein update vor, das (meiner meinung nach) entfernt an die oberfläche von facebook erinnert. soll heißen: etliche kapitel in kawasaki´s buch sind geschichte. eigentlich müsste er eine neuauflage nachreichen. und dass der verlag mir freundlicherweise davon ein kostenloses update zur verfügung stellt… geschenkt.

guy kawasaki versteht sich (immer noch) als „tech – evangelist“ – einer also, der sich zum ziel gesetzt hat, die welt zu einem besseren ort zu machen. wie? indem er darüber informiert, dass es (tech-)produkte gibt, die weder kompliziert sind noch eine umfangreiche inhaltsbeschreibung benötigen UND die unseren alltag erleichtern. in seinem eBook ist dieser ansatz tatsächlich vorhanden: es ist gut aufgemacht und die erklärungen setzen beim leser keine zwei semester informatik-studium voraus.

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neuer film im LifeHouseChannel

jörg war einsatzleiter (feuerwehr) während der loveparade 2010.
im interview spricht er über diese schwere zeit, gibt einblicke hinter die kulissen und verschweigt auch nicht seine furcht und seinen umgang mit dieser schrecklichen katastrophe.

ganz schön heftig und ganz schön berührend … – zumindest ging´s mir so – und das schon während der aufzeichung des interviews, gedreht in einem einkaufstempel in der duisburger innenstadt.

jörg ist authentisch, spricht über die schweren momente des feuerwehr-mannen-lebens aber auch über die glücklichen augenblicke, dann, wenn menschen vor dem sicheren tod gerettet werden konnten.
es ist ein interview mit einem, der durch und durch feuerwehrmann ist. echt & stark.

den film gibt´s im LifeHousechannel bei youtube.

ist da und sagt nix …

eben ist mir aufgefallen, dass ich noch gar nicht auf den aktuellen podcast hingewiesen habe. schande! erst groß ankündigen und dann nix davon schreiben. soll (hoffentlich) nicht wieder vorkommen.

also, jetzt ganz offiziell: „kein theater“ ist online, anhörbar und downloadable.

erst gibt´s die geschichte vom intendanten, der wunderbare zusagen macht und dann doch sein date vergisst; gleich hinterher ergeben sich parallelen zu einer geschichte, die schon einige jährchen auf dem buckel hat und zufällig (wirklich!) gibt´s noch einen schwenk zu ostern. allerdings muss man schon genau hinhören, um bei dem nicht aus der kurve zu fliegen.
mir persönlich gefällt der schluss am besten, dort, wo jesus einem die freiheit gibt, genau das zu tun was einen ausmacht.
also: viel spaß beim anhören.

wicked problems – verzwickte angelegenheiten

eigentlich wollte ich mich nur kurz bei twitter informieren, welche erfahrungen andere mit der neuen chronik von facebook gemacht haben. über die suchfunktion gab ich den begriff „chronik“ ein, die ersten vier oder fünf tweets … ausschließlich negative statements. dann kam eine aussage, die ich überhaupt nicht erwartete: „frag´ doch zuerst nach dem wort des herrn!“ kurze verwunderung, was bei meiner facebook-erfahrungs-recherche dieses fromme zitat mitten unter den rückmeldungen zu suchen hatte, doch dann bemerkte ich die zahlen-buchstaben-kombination am ende des zitats: es handelte sich um einen text aus der bibel. altes testament. buch der chronik.
alles richtig gemacht, twittersuchfunktion.

es gibt leute, die behaupten, dass Gott genauso funktioniert (oder funktionieren muss) wie die suchfunktion bei twitter oder google: einfach die frage in das eingabefenster schreiben und schon stehen da verschiede lösungsmöglichkeiten plus der zeit, die Gott fürs suchen gebraucht hat.
ich sag´ jetzt nichts neues: so funktioniert Gott nicht; er schlummert nicht im standby-modus, um auf zuruf blitzschnell die richtige antwort zu präsentieren.
genaugenommen handelt es sich um ein „wicked problem“, eine verzwickte angelegenheit also; vielschichtige ansätze, die man nicht einfach mit „mach´s so und so und dann funktioniert´s“ beantworten kann.
klar wünschen wir uns eine schnelle antwort. wer wartet schon gerne freiwillig und wer ist schon bereit dazu, sich unter umständen von den eigenen vorstellungen zu verabschieden und einen weg einzuschlagen, der … mindestens diskussionswürdig ist. wie bereits erwähnt: das ist ein „wicked problem.“
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