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Contact I www.thomasmeyerhoefer.comKnöcheltief in der Gülle, und das ganz ohne Gummistiefel. Spielt aber keine Rolle, nicht in diesem Augenblick. Ich habe auch keinen Nerv, dem stinkend-matschigen Zeug auszuweichen, denn ich schaukle ein quadratmetergroßes Kunstwerk (ein echter Vogt) aus Acrylglas über den Acker. Es gibt keine Alternative: Ich befinde mich genau an dem Platz, den sich meine Fantasie schon Tage zuvor ausgesucht hat. Ich bin endlich fündig geworden, und jetzt will ich diese Aufnahme. (Foto oben rechts)

Später am Tag (wieder mit sauberen Schuhen) ist das Kunstwerk noch an verschiedenen Plätzen zu entdecken. Es kommt mit unserer Welt in Kontakt, steht an Orten, an denen man solche Exponate eigentlich nicht vermutet und trifft auf Menschen, die für einen Moment in ihrem Alltagsablauf überrascht werden. (Mercedesfrau, falls du das hier liest: Ich hätte keine Bessere für diese Aktion finden können ;) )
Ab damit in die Box.

Ein Kunstwerk schweigt. Bestenfalls hängt es in einer angesagten Ausstellung und wird von den Massen bewundert.
Vermutlich ist der Anteil derjenigen, die das alles als „blöden Schwachsinn“ abtun, weitaus höher als der der Bewunderer. Dem Kunstwerk geht das am Rahmen vorbei.

Nicht ganz so einfach haben´s Menschen, die „anders“ sind; die aus dem Rahmen fallen, ob sie wollen oder nicht. Sie tingeln durchs Leben, werden entweder vorgeführt oder durchgereicht, belächelt, niedergemacht oder ignoriert. Nichts von alledem ist erstrebenswert.
Sally Brampton, eine Journalistin aus England, schrieb in ihrem lesenswerten Buch „Das Monster, die Hoffnung und ich – wie ich meine Depression besiegte“, wie wichtig es für Kranke ist, zu ihresgleichen Kontakt zu suchen. Dahinter verbirgt sich der Gedanke, nicht ständig frustriert, verletzt oder gedemütigt zu werden.

Ein zweischneidiges Schwert, nicht nur für die an Depression Erkrankten. Natürlich ist da eine Form von Sicherheit, das nicht belächelt werden, dem Sein unter Leidensgenossen.
Andererseits hilft das auf Dauer nicht, Fortschritte zu machen. Nämlich: Der Akzeptanz der eigenen Persönlichkeit in einer stürmischen Welt.

Stopp jetzt. Soll reichen. Das ist ein Blog über neue Projekte und dem kurzen Einblick in verschiedenste Schaffensprozesse.
Vielleicht dienen die paar Zeilen als kurzer Impuls. Zum Weiterdenken.
Vermutlich wird im neuen Buch dieses Thema etwas ausführlicher angerissen. Angerissen. Schon richtig, dieser Begriff. Es wird kein Fachbuch für Persönlichkeitsbildung, -forschung, -stabilisierung. Es soll ums Leben und Überleben gehen. In einer stürmischen Welt.

in der box

Mein großer Bruder I www.thomasmeyerhoefer.com

 

Diese Aufnahme ist erst ein paar Tage alt und hat doch beste Chancen, im nächsten Buch veröffentlicht zu werden. Die Kombi von Foto und Aussage überzeugt mich.

Immer wieder stolpere ich über Aussagen / Sprüche / Kalenderblätter, die von Dunkelheit / Not / Chaos in einer Art und Weise sprechen, als ob diese bereits verloren haben. Dann nämlich, WENN man richtig glaubt. WENN man nur will. WENN konkrete Schritte unternommen werden. Sätze, die mit einem „Du musst nur…!“ eingeleitet werden. Gequirlter Schwachsinn also.

Tatsache ist, dass niemand weiß, wie lange sein Aufenthalt in der Dunkelheit andauert. Keiner kann vorhersehen, ob eine Rückkehr ins Licht jemals wieder möglich sein wird. Dazu eine kleine Textbrücke:

„Auf einmal war er weg. Den genauen Zeitpunkt weiß ich nicht mehr, es muss im Frühling gewesen sein. Draußen glänzte der Morgenwald und die Sonne hangelte sich hinterm Berg hinauf dem Himmel entgegen. Er war weg und kam nicht wieder zurück. Mein Schatten. Ich kann mich erinnern, wie ich mich mehrmals um die eigene Achse drehte: in die Hocke ging; den Sessel zur Seite schob und sogar nach der Taschenlampe suchte, um die Ecken des Zimmers auszuleuchten. Er blieb verschwunden. Erst viel später ….“ (Fortsetzung folgt)

Wie will man so etwas vernünftig erklären… Schatten weg? Ist das Fantasy oder ein Comic?
Die Lösung ist viel einfacher und doch kaum zu ertragen: Du wachst in deinem neuen Zuhause auf, einer Höhle, einem Loch oder Verlies, in dem es keine Fenster und keine Elektrizität gibt. Keine Schatten. Die haben sich mit ihrer Umgebung verbündet und kämpfen ab sofort gegen dich. Das perfide daran: Du siehst und hörst die anderen. Die Lichtmenschen. Wie sie lachen, sich lässig ihre Ray Bans in die Haare schieben, das pralle Leben genießen. Du spürst ihr „das wird schon wieder, jetzt komm, stell dich nicht so an“ und kannst dich nicht dagegen wehren.

Das Gedicht zur Aufnahme stammt aus einer Zeit, in der Anfangswahnsinn und Panikträume ihren Platz mit der Resignation tauschten. Einer Zeit also, in der das Sein in der dunklen Parallelwelt schon jahrelang meinen Alltag bestimmte.

Die Nacht hat bis heute nichts an Schwärze verloren. Schatten sind immer noch unsichtbar. Und doch hat sich eine Aussage durchgesetzt: Wenn es einer schafft, den Weg in dieses Dunkel zu finden… wenn es jemand möglich ist, zwischen all den unsichtbaren schwarzen Schatten das bisschen Restleben zu finden, dann… dann ist es der große Bruder. Der himmlische. Der, der von sich behauptet, das Licht schlechthin zu sein.

volle box

15-03-16 b

 

War ein paar Wochen unterwegs zum Fotografieren. Das nächste „Werk“ wird wieder eins mit vielen Bildern, den dazu passenden Texten und einer hochwertigen Verarbeitung.
Die Box* ist schon ziemlich voll und nun geht´s ans Sortieren: Hunderte Fotografien, Textfragmente, Journale mit gestammelten Ideen und einer dicken roten Linie im Kopf.

* Mein Organisationssystem. Zuerst schreibe ich den Namen des Projekts mit einem fetten Edding auf den Kartondeckel und schmeiße alles, was ich auch nur im Entferntesten mit dem Projekt in Verbindung bringe, in die Box: Journale, Fotos, Fresszettel mit schnell hingeschmierten Stichworten, Kopien von Buchseiten, Zitate und alles, was mich zum Thema inspiriert.

28tomake

Scan 09.02.2016, 16.48

Dieser Auszug aus meinem Notizbuch klingt leicht abgedreht… – andererseits, wer Peggy Browers auf ihrem Weg in die Freiheit begleitet, der muss gute Nerven haben UND auch etwas abgedreht sein.

Aber das hier, das hat nichts mit Peggy zu tun, sondern mit unserer (oder: meiner) Kreativität. Die bleibt im Alltag manchmal auf der Strecke und braucht hin und wieder etwas Starthilfe.
Genau aus diesem Grund haben einige Künstler das Projekt 28tomake gestartet. Den ganzen Februar gibt´s täglich kleine Übungen, die den Künstler in uns wieder motivieren und auf ganz neue Gedanken bringen sollen.

28tomake ist kostenlos, das Postfach wird nicht mit Spammails überschwemmt und wer auf eine tägliche Erinnerung verzichten kann, braucht noch nicht einmal seine Daten angeben. Sehr zu empfehlen. In diesem Sinne, ich leiste jetzt dem einsamen Schaufenster ein bisschen Gesellschaft.

die rose

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Nebel und Schnee sind eine ideale Kombi für Emo-Pics.
Ein fahrzeug- und menschenleerer Parkplatz bietet sich an und ich lasse den Bus allein zurück. Kleiner Anstieg den Berg hoch, ein schmaler Weg in den Wald, noch ein paar Meter klettern und dann der Ausblick.

Nichts zu sehen, alles weiß.
Nichts zu hören, alles still.

Plötzlich ein dünnes, feines Klingen. Kirchenglocken von weit her. Die Weite, das Nichts, alles konturlos verschwunden und dann dieses zarte Läuten. Eine Melodie zerpflückt in helle Töne, die sich auf Schneeflocken setzen und bis zu mir tragen lassen. Stille, grandiose Momente.

Habe mir vorgestellt, dass irgendwo in diesem weißen Nichts ein Schatz vergraben liegt. Oder besser noch: Eine einzelne rote Rose. Und wer sie findet, hat das Leben.
Wenn dem so wäre… – wo anfangen mit der Suche? Besser passiv bleiben und erfrieren? Ist es diese Rose wert, eine weiße Wand zu überwinden? Keine Frage, die Gefahr, dass der eigene Weg im Kreis verläuft, ist groß. Vielleicht führt der Weg an Hindernisse, die noch kein Mensch überwunden hat. Also? Am besten gar nicht erst den Fuß in feuchten Schnee setzen?

Leben gibt´s weder vorgekaut und auch nicht smart portioniert. Leben suchen… das hat immer mit Zurücklassen zu tun. Und oftmals auch mit „keine Richtung wissen“. Es sind Schritte in den Nebel, einzig getrieben von der Sehnsucht nach Wahrheit.

Müsste ich Jesus mit einer Blume vergleichen, würde ich ihm eine rote Rose überreichen. Langstielig, dunkelrot und mit Dornen übersät. Eine Rose, gefunden auf der Suche nach dem echten Leben. Die Königin der Blumen für den König der Welt.

rückmeldungen

Es kommen viele positive Rückmeldungen auf “Ein Stück vom Himmel”. Über dieses Statement einer mir unbekannten jungen Frau habe ich mich sehr gefreut.

“…Mein erster Gedanke: “oh wow, das muss ich gleich lesen!” Ich habe gleich heute angefangen und war tief berührt, weil mir mein Papa DIESES Buch geschenkt hat. Am liebsten würde ich es am Stück durchlesen, aber dann wäre ich wahrscheinlich heute Nacht fertig und ich will ja viel länger was davon haben. Ich werde mich zusammenreißen und gemütlich Geschichte für Geschichte lesen und anschauen. Was für ein Buch!”

Also… – wenn man an seinem Schreibtisch sitzt, über ein Projekt, die Umsetzung und die Auswirkung beim Leser nachdenkt, modelliert man sich eine Idealvorstellung, von der man sich wünscht, dass sie eintrifft. Ein Ziel, von dem man noch weit weg ist.
Wenn man dann endlich die Ziellinie überquert, dem “Projekt” beim Fliegen zuschaut und dabei feststellt, dass die erhofften Reaktionen eintreten, geschehen, passieren, wahr werden… dann zaubert das ein Lächeln aufs Gesicht. So wie jetzt. In diesem Sinne: Danke für alle Rückmeldungen.

sieben adjektive und immer noch nicht schluss

 

In den vergangenen Wochen war´s wenigstens HIER extrem ruhig. Keine fünf Minuten Luft, um eine Wasserstandsmeldung abzugeben. Peggy als Buch, Peggy als eBook und „Ein Stück vom Himmel“ – den Großteils des Versands haben wir selbst erledigt. Aber nun ist gut. Die Resonanzen auf die beiden Bücher sind der Hammer. Das freut natürlich den Schriftsteller. Und – es ist genau das richtige Zündmittel fürs nächste Werk.

Neben all den Aktionen, dem Versand und den Mails blieb immer noch Zeit, das nächste Buch inhaltlich abzustecken und vorzubereiten. Ich halte mich noch zurück mit Details, denn das Monster ist immer noch aktiv und mitunter brettert es mir eine Breitseite vor die Brust, dass mir Hören und Sehen vergeht. Von daher… ich bin dran und werde informieren. Hier. Facebook und all die anderen Kanäle, die mir zur Verfügung stehen.

Eigentlich habe ich geplant, noch einen kurzen Blogbeitrag für weihnachtsgestresste Schönsprecher zu verfassen. Damit meine ich die Sorte von Mensch, die trotz persönlicher Herausforderungen und Schwierigkeiten immer noch so viel Energie hat, einen Spruch rauszuhauen, dass einem ganz schwindelig wird. Diejenigen also, die einem nicht nur „Frohes Fest“ wünschen können, sondern sieben Adjektive aneinander reihen, um das Besondere vom Weihnachtsfest hervorzuheben.

Es bleibt zu hoffen, dass mir das Monster einen kleinen Ausflug gönnt. Für den Blogbeitrag, meine ich.

 

Puppenträume

Schon seit Tagen kämpft eine kleine Puppe um meine Aufmerksamkeit. Heute hat sie´s endlich geschafft. Ich musste auf die Knie, um Augenkontakt herzustellen. Wenn schon, dann richtig.

Sie sprach mit osteuropäischem Akzent und ich verstand nur Bahnhof. Mein Notizbuch musste herhalten. Schnell dahingeschluderte Wortfetzen verlangten nach Extrazeit am Schreibtisch. Zum Schluss bat ich um ein kleines Foto und versprach im Gegenzug, ihr Anliegen zu veröffentlichen. Hab lange gebraucht für den Text. Hoffentlich ist sie zufrieden.

 

Und damit die ganze Welt ihre Botschaft lesen kann, gibt´s das Foto und den Text auf Facebook. So gehört sich das.

Halleluja

IMG_0522Für ihn war´s der Schlusspunkt. Seine letzte Fuhre (wenn ich ihn richtig verstanden habe) und dann ab ins Wochenende. In unserer Garage stapeln sich jetzt die nagelneuen eingeschweißten Hammerbücher auf der Europalette. Was für ein Gefühl, ehrlich. Erst mal lief alles mechanisch ab: Papier unterzeichnen, Ware prüfen, Cuttermesser suchen um die Schutzbänder durchzusäbeln, Holzdeckel weg und dann glänzten sie im Neonlicht. Wahnsinn.

Vielleicht haben sich die Schatzsucher von damals so gefühlt, wenn sie nach monatelanger Kreuzfahrt über den Ozean endlich den Schatz auf der einsamen Insel entdeckten. Reinstarren in die Kiste und nicht wissen, was man sagen soll. Ging mir auch so.

Klar, die Bücher sind nicht mit Diamanten oder Perlen zu vergleichen. Zumindest, was den wirtschaftlichen (monetären ;)  ) Aspekt betrifft. Doch wir haben auch eine Kreuzfahrt hinter uns. Und mehr als einmal war´s uns danach, die Segel zu streichen und umzudrehen. Es gab sogar einen Punkt, an dem wir das Projekt aufgaben. Dass wir´s trotzdem durchgezogen haben… na ja, es hat sich gelohnt.

„Halleluja!“ schrie der Lastwagenfahrer, als er aus dem Führerhaus kletterte und mir die Papiere in die Hand drückte. „Aber so was von“, gab ich ihm zur Antwort – und die kam von tief drinnen. In einem. In mir.

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zeit läuft

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Ein Stück vom Himmel wird in diesem Moment gedruckt. Die Auslieferung erfolgt in knapp zwei Wochen. Bis dahin kann man sich schon einmal überlegen, ob und wie viele Exemplare bestellt werden sollen. In der Zwischenzeit laufen einige Maßnahmen an, um aufs Buch aufmerksam zu machen. Die Postkarten sind gedruckt und reisefertig aufgestellt.

Ein Stück vom Himmel eignet sich bestens zum Weitergeben: als Weihnachtsgeschenk oder Zeichen der Wertschätzung für Freunde, Nachbarn, Familie.

Große Fotos zum Studieren und Gedanken machen, Geschichten zum Nachlesen und via QR-Code die direkte Verbindung zum jeweiligen Filmbeitrag im LifeHouseChannel. Langweilig wird es einem dabei sicher nicht.