den tatsachen ins auge sehen

ich habe diese grafik im blog von chase jarvis zuerst gesehen. der hat sie von swissmiss und die von seth godin. ein paar klicks später dann das vorläufige ende der recherche: gestalter dieser grafik ist joe milton. vermutlich.

diese grafik räumt auf mit diesem idyllisch-verklärten blick auf das (angebliche) leben der kreativen (hier: fotografen) – und das betrifft nicht nur deren berufsleben: jeder beruf ist voll mit diesem nervigen zeug, das kein mensch tun will. jeder job bringt aufgaben mit sich, auf die man liebend gerne verzichten würde.
geht aber nicht. nirgends. und träumer werden scheitern. sie werden immer davon erzählen, was sie machen wollen. irgendwann. aber: „irgendwann“ bedeutet „nie“. es zählt, was man macht, nicht, was man denkt, sagt oder vorhat.

vor zwei wochen hatte ich einen wichtigen filmtermin. die aufnahmen sollten in einem theater stattfinden. mit bühne, schwarzem vorhang, strahler und den typischen theaterklappstühlen. wer nicht zum vereinbarten termin erschien, war der intendant. der kam einfach nicht. nach einer dreiviertel stunde wartezeit fiel die entscheidung: kein theater, kein erneuter versuch zu einem späteren zeitpunkt. stattdessen machten wir uns auf die suche nach einer anderen location.

solche situationen kommen leider immer wieder vor: da hängst du dich voller begeisterung in die vorbereitungen, gehst die weiten wege, versetzt dich und andere in bewegung und schlussendlich verbummelt dann ein anderer deine pläne. genug gründe also, um aus lauter frust die kamera in den kofferraum zu werfen, dem intendanten gehörig die meinung zu sagen oder vor dem theater eine szene zu veranstalten.
bringt aber alles nichts.
es gibt viel zu selten den perfekten moment. nicht immer vollzieht sich die umsetzung unserer vorstellungen in der realität.

wer in solchen augenblicken in (s)einer idyllisch-verklärten welt lebt, wird nie die zweite meile gehen. wer seinen job nicht liebt (egal welchen!), wird jammern und klagen und sich genervt vor den fernseher / rechner zurückziehen. oder im chat darüber lamentieren, dass alles so schwer ist.

doch so funktioniert das leben nicht. siehe grafik.

wer seinen job liebt, weiß, dass dazu auch diese nervtötende kleinarbeit dazu gehört; der kennt die extrarunden, die nachtschichten, das generve mit behörden, banken und den crash beleidigter computer. doch das alles ist teil des jobs. nur wer das gesamtpaket liebt, und nur wer weiß, dass das perfekte endprodukt vom funktionieren dieser vielen kleinen nervigen manchmal erschöpfenden verrichtungen abhängig ist, bekommt den eigentlichen blick und wird feststellen, dass sich hinter dem ganzen eine harmonie verbirgt, die nicht aufgelöst werden darf. klingt geschwollen, ist aber so …

ein wichtiges thema – fortsetzung im kommenden podcast.

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