Keine Flügel. Nie.

Es war nur ein kurzer Moment – und trotzdem hat alles gepasst:
Das Licht saß, der Gesichtsausdruck stimmte, der Wind bewegte sich genau im richtigen Takt. Nicht weil wir’s geplant hätten, sondern weil manche Dinge sich einfach fügen – für einen Moment, nicht länger.

05. August 2025

Und ehrlich gesagt: Das meiste andere im Leben funktioniert auch nicht auf Ansage.
Du kannst das Wetter nicht zwingen.
Gefühle schon gar nicht.
An manchen Tagen funktioniert alles, fast mühelos, wie von selbst.
An anderen wachst du auf und merkst schon beim Zähneputzen: Heute wird’s heftig. Aber du ziehst dich an, machst deinen Job, sagst den richtigen Satz. Weil es weitergeht. Auch wenn du nicht weißt, wohin genau.

Und dann gibt es diese Tage, an denen du einfach nur weg willst. Nicht aus Trotz, sondern aus Erschöpfung.
Aus der Sehnsucht heraus, irgendwo zu landen, wo niemand etwas von dir will. Wo du nicht funktionieren musst. Nicht stark sein. Nicht nett.
Du denkst an Orte mit Weite, mit Stille, mit echtem Sauerstoff – nicht dieses lauwarme Zeug zwischen U-Bahn und E-Mails.
Manchmal willst du einfach raus.
Fliegen.

Aber wir sind keine Engel. Wir haben keine Flügel. Wir bleiben hier. Mit beiden Füßen in Rechnungen, To-do-Listen und unbeantworteten Nachrichten. Mit Fragen, die nachts nicht schlafen. Mit dieser ständigen Ahnung, dass wir mehr bräuchten, als wir in uns tragen.

Und genau dort ist Gott.
„Er ist meine Zuflucht und meine Burg, mein Gott, auf den ich vertraue.“
(Psalm 91,2)

Zuflucht? Die suchst du nicht, wenn alles gut läuft. Ein SafeHouse brauchst du, wenn dich jemand jagt. Wenn dein Herz rast, weil die Angst dich im Nacken packt. Wenn du das Gefühl hast, dass alles, was du versucht hast, scheitert.

Ein Kind rennt in solchen Momenten zu seinen Eltern.
Augen zu, rennen, brüllen, rennen – und hinein in die geöffneten Arme.
Ein Kind zweifelt nicht daran, dass Elternarme sich öffnen.
Ein Kind weiß, dass es niemand Stärkeres gibt als Mama und Papa.
Ein Kind weiß, wo sein SafeHouse ist.
So geht Zuflucht.

Und jetzt zu Gott.
Wie funktioniert Zuflucht beim Schöpfer des Himmels und der Erde? Wie komme ich ins göttliche SafeHouse? Wie wirft man sich in Gottes Arme, wenn man ihn nicht sieht, nicht hört, und oft nicht weiß, ob er überhaupt da ist?

Vorschlag:
Beende deine Flucht.
Du hast bisher nicht den Ausgang gefunden – und wirst ihn auch beim Weiterrennen niemals finden.

Mach eine klare Ansage:
Bleib stehen und fang an, mit Gott zu reden. Du musst nichts beschönigen. Flüstern reicht. Ein einziger Satz, gedacht oder gehaucht:
„Hilf mir.“ Oder: „Ich kann nicht mehr.“

Zuflucht hat viele Formen. Aber sie beginnt immer da,
wo du aufhörst, es allein schaffen zu wollen.

Jesus stellt sich nicht neben dein Leben wie ein Coach mit Checkliste, damit du möglichst schnell wieder funktionierst.
Vielmehr stellt er sich rein – in die Müdigkeit, in den Alltag, der dir zu eng geworden ist, in das Gefühl, zu kurz zu kommen,
auch wenn keiner es sieht.

Und nein, er nimmt dich nicht immer raus. Manchmal bleibt alles, wie es ist – außen zumindest. Aber in dir verändert sich etwas:
Weil du plötzlich weißt, dass du nicht allein durchziehst.
Weil er der Einzige ist, der bleibt, wenn andere schon längst abgeschaltet haben.

Das ist keine fromme Floskel.
Das ist Rettung auf rauem Grund.
Ein Anker, der hält, wenn du selbst nichts mehr in der Hand hast.
Und manchmal ist das genug, um stehen zu bleiben, während das Leben stürmt.

Und dann beginnt etwas, das länger braucht als ein Gebet:
Vertrauen.
Nicht dieses große, sichere „Ich glaube fest“. Sondern eher das stille „Ich bleibe hier – und schau, ob du bleibst.“
Gott drängt sich nicht auf. Aber er bleibt.
Und mit jedem Tag, den du in seiner Nähe aushältst,
wächst etwas zwischen euch. Keine Engelsflügel. Die kriegen wir nicht.
Sondern ein SafeHouse im Sturm.


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