Frieden auf Erden
Sie sitzen an langen Tischen. Zu lange schon.
Anzugjacken über Stuhllehnen, kalter Kaffee, Gesichter, die müde verhandeln. Wörter werden hin- und hergeschoben wie Spielsteine: Waffenruhe, Sicherheitsgarantien, rote Linien. Draußen fallen Bomben. Drinnen wird um jedes Komma gerungen.
Alle wollen Frieden, sagen sie.
Fast alle.
Und dann reicht ein einziges Wort, um alles zum Stillstand zu bringen.
"NYET".
So fragil ist Frieden, wenn er verhandelt wird.
So zerbrechlich, wenn er an der Zustimmung eines Einzelnen hängt.
Frieden auf Erden.
Diese Worte haben schon immer Kopfschütteln ausgelöst.
Frieden? Auf Erden?
Wirklich jetzt?
Wenn das stimmt – warum dann die Ukraine?
Warum Gaza, Sudan, Jemen?
Warum dieses ständige Neuaufflammen von Macht und Angst?
Und warum die Kriege, über die niemand verhandelt?
Krebs.
ALS.
Alzheimer.
Lautlose Feinde. Keine Fronten, kein Waffenstillstand.
Sie fragen nicht nach Zustimmung. Sie kommen einfach.
Die Geschichte mit den Engeln kennen die meisten.
Hirten draußen auf dem Feld. Nacht. Kälte.
Dann reißt der Himmel auf – nicht sanft, sondern radikal. Licht bricht herein. Stimmen, größer als alles, was Menschen je komponiert haben.
Und irgendwo abseits, fast übersehbar, ein Stall.
Kein Thron. Kein Verhandlungstisch.
Ein Kind. Ein Baby. Der Sohn Gottes.
Wenn man diese Botschaft der Engel auf politischen Weltfrieden reduziert, macht man sie klein.
Zu klein.
Und man verfehlt sie völlig.
Denn auch damals war die Welt kein friedlicher Ort.
Die Römer hielten das Land mit Gewalt zusammen. Kreuze standen am Straßenrand wie Warnschilder. Unterdrückung war Alltag. Hoffnung ein knappes Gut.
Und doch sprechen die Engel von Frieden.
Nicht von einem Frieden, den man aushandelt.
Nicht von einem, der kippt, wenn einer *nyet* sagt.
Nicht von einem, der irgendwann greift, wenn die richtigen Leute am Tisch sitzen.
Sie sprechen von Frieden zwischen Gott und Mensch.
Denn dort herrschte Krieg. Nicht laut, aber tief.
Auf der einen Seite Gott: heilig, gerecht.
Auf der anderen Seite wir: zerrissen, schuldig, suchend.
Zu weit entfernt, um sich zu treffen.
Kein Waffenstillstand in Sicht.
Und dann tut Gott etwas, das jeder Logik widerspricht:
Er verhandelt nicht.
Er zwingt nicht.
Er kommt.
Nicht mit Forderungen, sondern mit offenen Händen.
Nicht wir gehen zu ihm – er kommt zu uns.
Kein Tisch. Kein Vertrag.
Frieden entsteht nicht, weil endlich alles geklärt ist,
sondern weil einer sagt: Es ist getan.
Weil Schuld nicht mehr trennt.
Weil Vertrauen und Glaube ausreicht.
So entsteht Frieden mit Gott.
Nicht erkämpft, nicht verhandelt,
sondern zugesprochen – durch Jesus Christus.
Dieser Friede löst nicht alle Kriege.
Er stoppt nicht jede Krankheit.
Aber er hält, wenn alles andere fällt.
Er ist persönlich.
Still.
Und tragfähig.
Ein Friede, der mitten im Chaos wohnt.
Der bleibt, wenn Diagnosen kommen und Antworten fehlen.
Der die Ewigkeit öffnet.
Und den Weg nach Hause.
Zum Schluss bleibt Dankbarkeit.
Für euch.
Fürs Mitgehen, Mitlesen, Mittragen in den vergangenen zwölf Monaten.
Ich wünsche euch von Herzen, dass dieser Friede praktisch wird.
In diesem Sinne: fried-volle Weihnachten.
Und ein behütetes und bewahrtes neues Jahr 2026!




