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Gott spricht

Dass sich Gott mitteilt, wissen wir spätestens seit dem Lesen der Bibel: Engel, Stimmen, Sturmwind, Tiere - die Übermittlung des göttlichen Willens ist grenzenlos. Selbst in die Träume schafft’s der Herr der Heerscharen.
Daran hat sich bis heute nichts verändert.

Gleichgeblieben ist auch das alte Prinzip der Kommunikation: Es gibt einen Sender und einen Empfänger. 
Hinzu kommt noch ein weiteres (uraltes) Problem: Was tun, wenn mir die göttliche Ansage so ganz und gar nicht in mein Lebensmotto passt?

Mose hatte definiv null Bock auf einen Jobwechsel im hohen Alter. Dazu noch Leader eines starrköpfigen Volkes werden? Bei dem Gehalt? Dann doch lieber des Nachts am Lagerfeuer die Sterne zählen; mit der Geliebten einen Becher Wein zischen; seinen Schafen das Fell kraulen. 
Mose griff tief in die Trickkiste, um den göttlichen Auftrag zu canceln. Umsonst. 
Selbst Jesus bat seinen Vater darum, sich einen Plan B auszudenken. Vergeblich. 

Gottes Pläne verleiten nicht immer zum Worshippen. Oder: nicht sofort. Viel zu oft rast dieser „geht’s noch?!?“ Gedanke durchs Gehirn. Oder: „ohne mich“. „Such dir einen anderen!“ „Erst soll der und dann mach ich.“

Gottes Pläne … da geht’s nicht immer um Berufs- und Ortswechsel, Heirat oder ab ins Ausland: 

Petrus wollte zurückschlagen. Seinen Namen reinwaschen. Mit dem, der ihm an seinen gepflegten Karren fuhr, Tacheles reden. „Wie oft, Jesus, wie oft muss ich einem vergeben - reichen sieben Mal?“
Und Jesus antworete: „Nope. Es gibt keine Grenze.“
Oder die Feindesliebe. Noch so ein unmöglicher Auftrag.
Auf geliehenes Geld keine horrenden Zinschen aufschlagen. Sollte der Kreditnehmer zahlungsunfähig sein, sogar auf die Rückzahlung verzichten. 
Anderen dienen. 
Gottes Willen? Und wie. Steht so in der Bibel.
Kreuz auf sich nehmen und Jesus nachfolgen. Steht im selben Buch. 

Engel fliegen tief in unseren Tagen. Wunder gibt es jeden Tag. Menschen werden spektakulär aus ihrem bisherigen Alltag herausgerissen. 
Ist so.

Die Herausforderung besteht darin, nicht unttätig auf die Zuweisung eines göttlichen Superjobs zu warten.
Der Alltag stresst uns. Der Partner, die Gemeinde, die Kids. Der streitsüchtige Nachbar, die Baustelle gegenüber und der Stau auf der A 45. In diesen Situationen den Willen Gottes tun … das ist DIE Herausforderung schlechthin. 
Dann wenn keiner dabei ist. Kein idea oder irgend ein anderes frommes Blatt positiv über unser Tun berichtet. 

Für Jesus war die Ausgangslage klar: „Ich bin vom Himmel gekommen, nicht damit ich meinen Willen tue, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat.“*

Und hier schließt sich der Kreis. Wer an Jesus glaubt, der erhält von Beginn an auch den Marschbefehl - ab dafür und hinaus in die weite Welt. Der Auftrag ist klar: Lieben, dienen, helfen, bekennen. Oder anders formuliert: Den Willen Gottes umsetzen. Um den zu kennen, braucht’s tatsächlich keinen Sturmwind. 


Neues Testament, Johannesevangelium Kapitel 6 Vers 38